Mäander, Mühlen und Mythen.
Regionale Landschafts- und Kulturgeschichte rund um das Medium Wasser.
(Diavortrag)

Die vielfältige Rolle des Mediums „Wasser“ dient als zentraler Bezugspunkt für unterhaltsame landschafts- und kulturgeschichtliche Betrachtungen im Geopark Bergstraße-Odenwald, bei dem auch atmosphärische Dias und musikalische Klänge zum Einsatz kommen. – Eine geologische Zeitreise führt mit einem versteinerten Riesenlurch durch die urtümliche Flusslandschaft der Buntsandstein-Zeit, und unter der Leitidee „Wasser formt die Landschaft“ wird die Bedeutung des Mediums für die Entstehung der Mäander und Umlaufberge im Neckartal aufgeschlüsselt. Verwundert dürfte mancher darüber sein, dass auch der einstige Vulkanausbruch am Katzenbuckel aus einer hochexplosiven Mischung von Grundwasser und heißem Magma hervorgegangen sein könnte, vergleichbar mit den Maaren in der Eifel. Im zweiten Abschnitt des Vortrags wird die Bedeutung des Wassers im Fokus der Kulturgeschichte veranschaulicht. Alte Brunnenanlagen und historische Mühlengebäude zeugen heute noch davon, wie zentral das Vorhandensein von Quellen, Bächen und Flüssen auf die frühe Siedlungstätigkeit wirkte. Historische Aspekte der Wasserversorgung möchte der Diavortrag ebenso erläutern wie die charakteristischen Konflikte zwischen Mühlengewerbe und Wiesenwässerung am Beispiel eines aktenkundigen Rechtsstreites um 1800 im Höllgrund. Quellkirchen und Heilbrunnen erzählen von der einstigen Verbundenheit der ländlichen Siedlungskultur zum Wasser und prägen darüber hinaus auch eine sakrale Dimension im Landschaftscharakter des Odenwaldes. Das Medium Wasser hat schließlich auch eine mythologische Qualität; zahlreiche alte Sagen ranken sich darum, aber auch moderne Mythen, wie beispielsweise die „spekulative Heimatgeschichte“ aus den Legendenschmieden des „Odenwälder Shanty Chors“.